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Verleihung der Bernhard-Christoph-Faust-Medaille 2025
Land Hessen ehrt Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach
Die Hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz überreichte Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach am 25. Juni 2026 die Bernhard-Christoph-Faust-Medaille. Mit der Ehrung würdigt die Landesregierung eine Persönlichkeit, die die Gesundheitsförderung, Prävention, gesundheitliche Aufklärung und Palliativversorgung in Hessen über viele Jahrzehnte hinweg in besonderer Weise geprägt hat. Die feierliche Verleihung fand in der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden statt.
Engagement für Gesundheitsförderung und Palliativversorgung
Dr. von Knoblauch zu Hatzbach ist Facharzt für Innere Medizin und war über viele Jahre in der ambulanten Versorgung tätig. Bereits früh setzte er einen Schwerpunkt in der Palliativmedizin. Sein berufliches und ehrenamtliches Wirken ist eng mit dem Ziel verbunden, Gesundheitsförderung als kontinuierlichen Prozess über die gesamte Lebensspanne hinweg zu gestalten – insbesondere auch in der letzten Lebensphase.
„So wie Faust seinerzeit mit Weitblick und Beharrlichkeit Strukturen für gesundheitliche Bildung und Vorsorge geschaffen hat, so hat auch Dr. von Knoblauch zu Hatzbach, über Jahrzehnte die Gesundheitsförderung in Hessen geprägt. Sie beide eint die Überzeugung, dass Gesundheit im Alltag entsteht – und dass Aufklärung, Fachkräftequalifizierung und verlässliche Strukturen die Basis für ein gesundes Leben von der Geburt bis ans Lebensende bilden.“
Diana Stolz
PLATZHALTER FOTO der Staatsministerin und des Preisträgers
Ein besonderer Fokus seines Engagements lag und liegt im Aufbau, in der Weiterentwicklung und in der Vernetzung von Palliativ- und Hospizstrukturen. Darüber hinaus war Dr. von Knoblauch zu Hatzbach an der Entwicklung multiprofessioneller Austauschformate beteiligt und ist Mitbegründer sowie Vorsitzender der Ambulanten Ethikberatung Hessen e. V.
Engagement weit über die Patientenversorgung hinaus
Auch in der Aus- und Fortbildung setzte der Preisträger wichtige Impulse, unter anderem durch sein Engagement für die Weiterentwicklung der Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten. Dr. von Knoblauch zu Hatzbach war maßgeblich an der Integration und Vermittlung palliativmedizinischer Inhalte beteiligt. Bereits seit den 1970er Jahren war er zudem in der Gesundheitsbildung aktiv und hielt landesweit Vorträge, unter anderem für die Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE). Die langjährige Zusammenarbeit setzte sich auch in seiner Vorstandsarbeit fort: Von 2012 bis 2022 engagierte er sich als stellvertretender Vorstandsvorsitzender.
Neben seiner praktischen Tätigkeit übernahm Dr. von Knoblauch zu Hatzbach vielfältige Verantwortung in berufs- und gesundheitspolitischen Strukturen. Er war Präsident der Landesärztekammer Hessen und ist seit 2022 deren Ehrenpräsident. Darüber hinaus engagierte er sich unter anderem in der Bundesärztekammer sowie in weiteren Gremien und Organisationen wie der Wohlfahrtspflege und in verschiedenen Fach- und Stiftungsstrukturen.
Laudatio und Festvortrag
Die Würdigung des Preisträgers hielt Dr. Thomas Sitte, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung. In seiner Laudatio stellte er das langjährige Engagement von Dr. von Knoblauch zu Hatzbach für die Hospiz- und Palliativversorgung heraus.
„Als ich im Internet nach ‚Knobi Doc‘ suchte, stieß ich zunächst auf Obi-Wan Kenobi – einen weisen Mentor und eine prägende Figur im Star-Wars-Universum. In gewisser Weise passt dieses Bild sehr gut zu unserem Preisträger: Auch Herr Dr. von Knoblauch zu Hatzbach steht für mich für Weitblick, Haltung und für die Fähigkeit, Menschen Orientierung zu geben.“
Dr. Thomas Sitte
Im anschließenden Festvortrag „Menschenrechte im Gesundheitswesen – eine gesellschaftliche Aufgabe?“ ging Prof. Dr. Hendrik Graßme von der Frankfurt University of Applied Sciences der Frage nach, welche Bedeutung Menschenrechte für das Gesundheitswesen haben. Er machte deutlich, dass Menschen sich dort oft in besonders verletzlichen Situationen befinden – etwa bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder wenn wichtige Entscheidungen anstehen – und dass Menschenrechte in solchen Fällen eine zentrale Rolle spielen. Außerdem zeigte er auf, welche Bedeutung politisches Engagement, Ethik und Bildung in diesem Kontext haben. Dabei stellte er auch einen Bezug zu Bernhard Christoph Faust und zur medizinischen Volksaufklärung her.
„Menschenwürde bleibt ein Maßstab mit offenen Rändern. Ihre Bedeutung zeigt sich im menschlichen Miteinander und im Handeln derer, die sie in Bildung, Politik und ethischen Entscheidungen zur Geltung bringen.“
Prof. Dr. Hendrik Graßme
PLATZHALTER: BILDERGALERIE
PLATZHALTER: PRESSEMITTEILUNG HMFG
Zur Bernhard-Christoph-Faust-Medaille
Die Bernhard-Christoph-Faust-Medaille wird alle zwei Jahre vom Land Hessen verliehen. Sie wird an Personen vergeben, die sich beruflich und/oder ehrenamtlich für die Gesundheitsförderung und Prävention in Hessen engagieren. Eine Jury sichtet die von Verbänden, Einrichtungen und Initiativen der Gesundheitsförderung, Kreisausschüssen, Magistraten und Gesundheitsämtern eingereichten Vorschläge und spricht Empfehlungen aus; die Entscheidung liegt bei der Hessischen Gesundheitsministerin.
Die Jury 2025
Der diesjährigen Jury gehörten Dr. Katharina Böhm (Geschäftsführerin der HAGE), Prof. Dr. Katharina Rathmann (Professorin für Sozialepidemiologie und Gesundheitsberichterstattung an der Hochschule Fulda) und Dr. Sebastian Martin (Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege) an.
Organisation und Durchführung
Die Organisation und Durchführung der Ausschreibung und Vergabe der Bernhard-Christoph-Faust-Medaille 2025 lagen in den Händen der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE) und des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG).
Fotos: © HAGE/andreasmann.net