nachricht

Kommunen als Wegbereiter für organisationale Gesundheitskompetenz

26.11.2026 – Fachtag Gesundheitliche Chancengleichheit

14. September 2026
Organisationale Gesundheitskompetenz bedeutet, Strukturen, Informationen und Angebote so zu gestalten, dass Menschen Unterstützung leicht finden, verstehen und nutzen können. Der Fachtag soll aufzeigen, wie Kommunen und Organisationen Barrieren abbauen und Zugänge zu Prävention und Gesundheitsförderung chancengerechter gestalten können.
Abstrakte Darstellung von Menschen, Wegweisern und Wegen als Symbol für Gesundheitskompetenz, Orientierung und chancengerechte Prävention.

Datum: 26. November 2026
Uhrzeit: 10:00-15:00 Uhr
Standort: Ort: SAALBAU Gutleut, Rottweiler Straße 32, 60327 Frankfurt am Main

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Der HAGE-Arbeitsbereich „Gesundheitliche Chancengleichheit“ mit den Teams der KGC Hessen, teamw()rk für Gesundheit und Arbeit und Präventionsketten Hessen richtet einen Fachtag zum Thema „Gesundheitliche Chancengleichheit – Kommunen als Wegbereiter für organisationale Gesundheitskompetenz“ aus.

Vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen und sozial bedingter Ungleichheiten gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Prävention und Gesundheitsförderung so gestaltet werden können, dass sie Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen tatsächlich erreichen und Teilhabe ermöglichen. Organisationale Gesundheitskompetenz setzt genau hier an: Sie richtet den Blick nicht allein auf die Fähigkeiten einzelner Menschen, sondern auf die Verantwortung von Kommunen, Organisationen und Netzwerken. Entscheidend ist, ob Informationen verständlich formuliert sind, Angebote ohne unnötige Hürden erreicht werden können, Zuständigkeiten nachvollziehbar sind und Fachkräfte Menschen gut beraten, begleiten und weitervermitteln können.

Hintergrund: Organisationale Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz wird häufig als Fähigkeit des Einzelnen verstanden, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und für Entscheidungen zu nutzen. Ob dies gelingt, hängt jedoch nicht nur von individuellen Fähigkeiten ab, sondern auch davon, wie verständlich Informationen, wie zugänglich Angebote und wie übersichtlich Strukturen gestaltet sind. Hier setzt die organisationale Gesundheitskompetenz an.

Der Ansatz nimmt Organisationen stärker in die Verantwortung: Sie sollen Informationen, Angebote und Prozesse so gestalten, dass Menschen sich leichter orientieren und Unterstützung besser nutzen können. Das ist besonders wichtig für vulnerable Zielgruppen, zum Beispiel Menschen mit geringen Deutschkenntnissen, niedrigem Bildungs- oder Einkommensniveau, Behinderungen, Arbeitslosigkeit oder mehrfachen Belastungen. Diese Gruppen stoßen häufiger auf Barrieren und haben zugleich oft einen höheren Unterstützungs- und Orientierungsbedarf.

Professionelle Gesundheitskompetenz der Fachkräfte und organisationale Gesundheitskompetenz der Einrichtungen sind deshalb zentrale Voraussetzungen für Chancengleichheit. Fachkräfte müssen verständlich kommunizieren und sensibel für unterschiedliche Lebenslagen sein. Organisationen müssen dafür passende Rahmenbedingungen schaffen, damit Zugänge, Informationen und Abläufe nicht nur für gut informierte Menschen funktionieren. So kann organisationale Gesundheitskompetenz dazu beitragen, Barrieren abzubauen, Orientierung zu erleichtern und gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern.

Quellen:

Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheitskompetenz / Health Literacy. Online verfügbar unter: RKI-Themenseite Gesundheitskompetenz. 

Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Stärkung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung. Online verfügbar unter: BMG, Ressortforschung Gesundheitskompetenz. 

Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Roadmap Gesundheitskompetenz 2024 der Allianz für Gesundheitskompetenz. Online verfügbar unter: BMG.

Im Mittelpunkt des Fachtags stehen fachliche Impulse, kommunale Praxisbeispiele und der gemeinsame Austausch darüber, wie solche gesundheitskompetenten Strukturen konkret entwickelt werden können. Dabei geht es zum Beispiel um verständliche Kommunikation, niedrigschwellige Zugänge, klare Abläufe, Kooperation zwischen Organisationen und die Qualifizierung von Fachkräften. So wird organisationale Gesundheitskompetenz als praktische Gestaltungsaufgabe sichtbar: Strukturen sollen so weiterentwickelt werden, dass Menschen passende Unterstützung leichter finden und Prävention chancengerechter genutzt werden kann.

In praxisorientierten Workshops werden ausgewählte Fragestellungen vertieft. Die Teilnehmenden bringen ihre Erfahrungen ein, prüfen konkrete Herausforderungen aus kommunaler und organisationaler Praxis und entwickeln gemeinsam erste Lösungsansätze. Ziel ist es, Impulse mitzunehmen, die sich auf die eigene Arbeit übertragen lassen – sei es für verständlichere Informationen, bessere Zugänge, verbindlichere Zusammenarbeit oder die nachhaltige Verankerung organisationaler Gesundheitskompetenz.

Tagesprogramm

Tagesmoderation: Jasmin Azar

UhrzeitTagesprogramm
9:30Ankommen & Einchecken
10:00 Eröffnung & Begrüßung 
10:30 

Impulsvortrag: Gesundheitskompetenz als Strukturfrage: Wie Kommunen und Organisationen Prävention zugänglicher und chancengerechter gestalten. 

Dr. Dominik Röding, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Leiter des Forschungsschwerpunktes Prävention und Rehabilitation, Medizinische Hochschule Hannover 

11:05Vernetzungspause
11:20Podiumsgespräch mit Vertreter*innen aus Kommunen und Institutionen
12:15 Mittagspause & Vernetzung
13:10

Workshop 1: Gemeinsam Verantwortung übernehmen: Integrierte Strategien für gesundheitskompetente und chancengerechte Strukturen

Workshop 2: Menschen erreichen: Wie Prävention in Organisationen zugänglicher und verständlicher werden kann

Workshop 3: Professionelle Gesundheitskompetenz: Fachkräfte als Schlüssel der Organisationsentwicklung

14:20Vernetzungspause
14:30 Drei Perspektiven – ein gemeinsames Ziel: Erkenntnisse aus den Workshops und nächste Schritte
15:00Ende der Veranstaltung
An wen richtet sich der Fachtag?

Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte, kommunale Akteur*innen, Kooperationspartner*innen und Interessierte aus den Bereichen Gesundheit, Soziales, Bildung und Arbeit sowie aus Einrichtungen, Verbänden und Projekten der Prävention und Gesundheitsförderung. Angesprochen sind insbesondere Akteur*innen aus Gesundheitsämtern, Kommunen, Jobcentern, der Kinder- und Jugendhilfe, Familienzentren, Mehrgenerationenhäusern, freien Trägern sowie weiteren Institutionen und Netzwerken aus Hessen und bundesweit.

Organisation und Förderpartner

Der Arbeitsbereich „Gesundheitliche Chancengleichheit“ mit den Teams der KGC Hessen, teamw()rk für Gesundheit und Arbeit und Präventionsketten Hessen ist bei der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE) mit Sitz in Frankfurt am Main angesiedelt.

Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hessen wird gefördert aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege und der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Bündnis für Gesundheit).

Das Landesprogramm Präventionsketten Hessen wird gefördert aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales und der Auridis Stiftung.

Das Programm teamw()rk für Gesundheit und Arbeit wird gefördert aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Bündnis für Gesundheit).

Bild: © erstellt mit ChatGPT