nachricht
Jahresfachtag der KGC Hessen 2026
Bericht zur Veranstaltung vom 20.05.2026

Am 20. Mai 2026 fand in der Evangelischen Akademie Frankfurt der 8. Jahresfachtag der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hessen statt. Unter dem Titel „Die Ottawa-Charta: Kompass für die Zukunft der Gesundheitsförderung?“ kamen Akteur*innen aus kommunaler Praxis, Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Krankenkassen und Zivilgesellschaft zusammen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Bedeutung die Ottawa-Charta 40 Jahre nach ihrer Verabschiedung heute noch hat und wie ihre Leitideen angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen weitergedacht werden können.
Die Ottawa-Charta als Orientierung für die Zukunft
Der Fachtag machte deutlich: Die Ottawa-Charta ist weiterhin ein wichtiger Orientierungsrahmen für Gesundheitsförderung und Prävention. Ihre zentralen Ansätze – Menschen befähigen, gesundheitliche Interessen vertreten und zwischen Akteur*innen, Ressorts und Ebenen vermitteln – sind aktueller denn je. Aktuelle Herausforderungen wie soziale Ungleichheit, multiple Krisen, Klimawandel und komplexe kommunale Strukturen machen deutlich: Gesundheit entsteht nicht allein durch individuelles Verhalten. Sie wird wesentlich durch die gesellschaftlichen, politischen und strukturellen Bedingungen geprägt, unter denen Menschen leben. Gesundheitsförderung braucht deshalb gesundheitsförderliche Lebensbedingungen, politische Verantwortung und verlässliche Strukturen vor Ort.
Vieles ist bereits in Bewegung
In den Impulsen, im Bühnen-Talk und in den Fachforen wurde deutlich, wie aktuell die drei Strategien der Ottawa-Charta für Gesundheitsförderung und Prävention sind: Menschen befähigen, Interessen vertreten sowie zwischen Akteur*innen, Ressorts und Ebenen vermitteln. Dabei geht es darum, Bedarfe sichtbar zu machen, vulnerable Gruppen in den Fokus zu nehmen, gesundheitsförderliche Lebensbedingungen zu gestalten und Gesundheit als politische Querschnittsaufgabe stärker in andere Bereiche einzubringen. Netzwerke, kommunale Strategien und ressortübergreifende Zusammenarbeit sind dafür zentrale Hebel – sie brauchen jedoch langfristige Ressourcen, politische Rückendeckung und verbindliche Strukturen, damit erfolgreiche Ansätze dauerhaft wirken und in Regelstrukturen überführt werden können.
Die Teilnehmenden nahmen mit: Die Ottawa-Charta ist kein abgeschlossenes Kapitel. Sie bleibt ein aktueller Arbeitsauftrag – für mehr gesundheitliche Chancengleichheit, stärkere kommunale Strukturen und eine Gesundheitsförderung, die Menschen und ihre Lebenswelten in den Mittelpunkt stellt.
Der 8. Jahresfachtag der KGC Hessen bot dafür vielfältige Impulse, fachlichen Austausch und konkrete Anknüpfungspunkte für die weitere Arbeit vor Ort.
Einführungsvortrag: Fachliche Einordnung der Ottawa-Charta: „40 Jahre Ottawa-Charta: Richtig gedacht, schwer gemacht“
Referentin: Prof. Dr. Susanne Moebus, Institut für Urban Public Health, Universitätsklinik Essen
Impulsvortrag: Über den Tellerrand „Gemeinsam für mehr Lebensqualität: Gesundheitsziele Österreich als gelebte HiAP-Praxis“
Referentin: Gabriele Gruber, Gesundheit Österreich GmbH
Fachforum zur Handlungsstrategie „Befähigen”
Referent*innen: Michael Windfuhr, Deutsches Institut für Menschenrechte und Andrea Wolff, Geschäftsführung der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e. V.
Fachforum zur Handlungsstrategie „Interessen vertreten"
Referent*innen: Dr. Katharina Böhm, Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. und Rolf Reul, Gesundheitsamt, Landkreis Gießen
Fachforum 2: Interessen vertreten
Fachforum zur Handlungsstrategie „Vermitteln und Vernetzen"
Referent*innen: Karin Bahlo, Stabstelle Prävention, Offenbach am Main und Bettina Busch, Gesundheitsamt, Kreis Groß-Gerau
Ausführliche Veranstaltungsdokumentation
In der PDF-Datei steht Ihnen eine detaillierte Dokumentation des Fachtags zur Verfügung.
Wir sagen „Danke“!

Die KGC Hessen bedankt sich herzlich bei allen, die durch ihre Mitwirkung, ihre Beiträge und ihre Teilnahme zum Gelingen des Fachtags beigetragen haben, sei es in der Vorbereitung, der inhaltlichen Gestaltung oder dem offenen und konstruktiven Austausch vor Ort. Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam Strukturen stärken, in denen Mitgestaltung möglich wird, unterschiedliche Perspektiven Gehör finden und wir unsere Stimme für gesundheitliche Chancengleichheit gemeinsam laut werden lassen.
Organisation
Die Veranstaltung wurde von der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hessen organisiert. Die KGC Hessen ist bei der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE) angesiedelt und ist Teil des bundesweiten Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit. Sie wird gefördert aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) und der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Bündnis für Gesundheit).
Fotos: © HAGE/andreasmann.net