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Nationaler Radverkehrskongress: Die HAGE brachte sich ein

Aktive Mobilität als gemeinsames Anliegen von Gesundheits- und Verkehrspolitik

9. Juli 2025
Am 03. Juni war die HAGE auf dem 9. Nationalen Radverkehrskongress vertreten und brachte sich im Strategieforum „Gesundheitliche Prävention und Radverkehr – die Rolle der aktiven Mobilität im Alltag“ ein.
Menschen in einer Diskussionsrunde sitzen an einem Tisch auf der Bühne
 Strategieforum „Gesundheitliche Prävention und Radverkehr – die Rolle der aktiven Mobilität im Alltag“. v.l.n.r.: Anke Tempelmann (AOK-Bundesverband eGbR), Bernd Huf (Gemeinde Spiesen-Elversberg), Béatrice Frank (HAGE), Dr. Silke Heinemann (Bundesministerium für Gesundheit), Iris Reimhold (Bundesministerium für Verkehr), Mirjam Stegherr (Moderation)


Aktive Mobilität als Motor für Prävention im Alltag

Am 3. Juni 2025 – dem Weltfahrradtag – war der Arbeitsbereich Bewegungsförderung der HAGE auf dem 9. Nationalen Radverkehrskongress (NRVK) vertreten. Im Strategieforum „Gesundheitliche Prävention und Radverkehr – die Rolle der aktiven Mobilität im Alltag“ diskutierte Béatrice Frank von der HAGE mit Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis die strategische Verzahnung von Gesundheits- und Verkehrspolitik.

Im Zentrum stand die Frage: Wie kann die Sektorenkopplung von Gesundheit und Mobilität gelingen, um gemeinsame Potenziale zu heben und Synergien zu schaffen? Aus Sicht des Landes Hessen betonte Béatrice Frank die Relevanz intersektoraler Zusammenarbeit und einer lebensweltorientierten Herangehensweise. Aktive Mobilität wie Radfahren sei nicht nur gesundheitsfördernd, sondern leiste auch Beiträge zum Klimaschutz, zur Stadtentwicklung und zur sozialen Teilhabe.

Frau mit Mikrofon spricht, während weitere Personen zuhören
v.l.n.r.: Béatrice Frank (HAGE), Dr. Silke Heinemann (Bundesministerium für Gesundheit), Iris Reimhold (Bundesministerium für Verkehr)

 

Förderung der Radfahrkompetenz

Ein zentrales Thema war auch die Förderung von Radfahrkompetenz: Viele Grundschulkinder können nicht sicher Rad fahren – ein Missstand, dem durch schulische Angebote begegnet werden sollte. Das Ganztagsförderungsgesetz bietet hier eine Chance, Angebote wie Radfahrkurse strukturell zu verankern und auch die Eltern einzubinden. Doch auch bei Erwachsenen mangelt es teilweise an Radfahrfähigkeiten. Zur Zielgruppe künftiger Mobilitätsstrategien gehören daher insbesondere Menschen, die bislang kaum oder gar nicht Rad fahren. Gerade für sie schafft die Zugänglichkeit zum Radverkehr nicht nur mehr Bewegung, sondern auch sozial- und gesellschaftspolitischen Mehrwert, Teilhabe und gesundheitliche Chancen. Leider fehlt es aktuell an systematischer Datenerhebung zur Radfahrkompetenz Erwachsener.

Ressortübergreifende Zusammenarbeit

Die Session war Teil eines Dialogprozesses zwischen dem Bundesministerium für Verkehr (BMV) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Stärkung aktiver Mobilität (siehe Konsenspapier vom „Runden Tisch Bewegung und Gesundheit“). Ziel ist es, die gesundheitlichen Potenziale aktiver Mobilität systematisch zu nutzen und politisch wie gesellschaftlich zu verankern. Die Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen Gesund unterwegs – Aktive Mobilität als Gesundheitsressource bildet eine wichtige fachliche Grundlage.

Auch die HAGE setzt sich für aktive Mobilität ein – im Rahmen des Landesprogramms SPORTLAND HESSEN bewegt und als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH).

Dokumentation

Die Erkenntnisse des 9. NRVK sowie die Livestream-Aufnahme des Kongresses finden Sie auf der Veranstaltungsseite.

Bilder: © Dirk Michael Deckbar