HAGE – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

09.06.2022 - Auftaktveranstaltung zum Start des Landesprogramms "Präventionsketten Hessen"

Die Auftaktveranstaltung zum Start des Landesprogrammes „Präventionsketten in Hessen“ fand am 09. Juni 2022 in hybrider Form im Haus am Dom in Frankfurt am Main statt. Ziel der Veranstaltung war es, das Konzept der Präventionsketten mit dem Fokus auf der Stärkung von Kinderrechten als integrierte kommunale Gesamtstrategie näher zu bringen und Informationen, Inhalte und Fördervoraussetzungen zum Landesprogramm Präventionsketten in Hessen vorzustellen.

Die Veranstaltung startete mit einem Grußwort von Frau Anne Janz, Hessische Staatssekretärin für Soziales und Integration. Anschließend erläuterten Herr Marc von Krosigk, Geschäftsführer der Auridis Stiftung, und Frau Dr. Katharina Böhm, Geschäftsführerin der HAGE, ihre Intention und Motivation der Kooperation zum Landesprogramm.

Frau Andrea Fenske führte als Moderatorin die Teilnehmenden durch die Veranstaltung. Thematisch führten Frau Sabine Stahl, Frau Maike Olberding und Frau Miriam Zeleke, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, mit dem gemeinsamen Impulsvortrag „Gemeinsam für ein gelingendes Aufwachsen – Präventionsketten in Hessen“ in den Tag ein.

v.l.n.r.: Frau Miriam Zeleke, Herr Marc von Krosigk, Frau Anne Janz, Frau Dr. Katharina Böhm, Herr Markus Büchel, Frau Sabine Stahl, Frau Maike Olberding, Frau Rajni Kerber

Herr Prof. Dr. Raimund Geene, Berlin School of Public Health, verdeutlichte in seinem Vortrag „Auf dem Weg zu kommunalen Präventionsketten", dass Gesundheitsförderung eine Querschnittsaufgabe ist und beleuchtete den Zusammenhang zwischen Kinderarmut und gesundheitlicher Ungleichheit sowie den damit verbundenen Herausforderungen. Um die gesundheitliche Chancengleichheit in der Lebensphase „Gesund Aufwachsen“ zu fördern, stellte Herr Prof. Dr. Genee als Lösungsansatz das Konzept der kommunalen Präventionsketten mit einem Fokus auf Kinderrechten vor.

In der „Gesprächsrunde: Gute Praxis Präventionsketten“ teilten Frau Esther Scheurle, LWL Servicestelle Gelingendes Aufwachsen – Netzwerke für Kinder, Frau Dagmar Lettner, MitWirkung – Perspektiven für Familien, und Herr René Beck, Koordinator Präventionskette Stadt Barsinghausen, ihre Erfahrungen, Gelingensfaktoren sowie Herausforderungen in der Präventionskettenarbeit aus anderen Bundesländern mit den Teilnehmenden.

Präsentation Frau Scheurle

Präsentation Frau Lettner

Präsentation Herr Beck

Nach der Mittagspause stellte sich das neue Team des Landesprogrammes Präventionsketten in Hessen vor. Frau Rajni Kerber, Projektleiterin der Landeskoordinierungsstelle Präventionsketten Hessen, informierte anschließend die Teilnehmenden über die Förderinhalte und -voraussetzungen des neuen Landesprogrammes. Zur Homepage des Landesprogrammes sowie zu weiterführenden Informationen geht's hier.

v.l.n.r.: Frau Rajni Kerber, Frau Nicole Waliczek, Herr Armin Hager, Frau Dr. Sarah Mümken, Frau Yi Jiang


Herr Dr. Heinz-Jürgen Stolz, ISA Münster, gab den Teilnehmenden einen anregenden Impuls zur Wirkungsorientierung in Präventionsketten. Dabei ging Herr Dr. Stolz unter anderem auf Fallstricke und konzeptionelle Perspektiven ein. 

In den drei sich anschließenden Fachforen beschäftigten sich die Teilnehmenden jeweils mit verschiedenen Schnittstellen einer Präventionskette: Jugendhilfe und Gesundheitsamt, Kindertagesstätte und Schule, Jugendhilfe und Jobcenter. In den Fachforen selbst wurden jeweils zwei Praxisbeispiele vorgestellt.

Fachforum 1: Kooperation Jugendhilfe und Gesundheitsamt

Gesund Aufwachsen in Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin           
Heike Dilßner-Nweke, Fachbereichsleitung Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitshilfe für Kinder und Jugendliche, Charlottenburg-Wilmersdorf

Auf- und Ausbau der Präventionskette in Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin"
Petra Fischer, Koordinatorin Gesundheitsförderung und Prävention, Charlottenburg-Wilmersdorf   

In dem Podcast "Gesundheit im Dialog" der Organisationseinheit für Qualitätssicherung, Planung und Koordinierung der Abteilung Soziales und Gesundheit des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf informiert regelmäßig die Öffentlichkeit und interessierte Fachkräfte über alle Themen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Fachforum 2: Kooperation Kindertagesstätte und Schule 

Das Bad Nauheimer Präventionspuzzle
Jochen Mörler, Fachbereichsleitung Soziales, Gesundheit, Kultur und Sport, Stadt Bad Nauheim

Modellprojekt Familiengrundschulzentren
Katharina Fournier, Koordinierungsstelle Familiengrundschulzentren NRW, ISA Münster

Fachforum 3: Kooperation Jugendhilfe und Jobcenter

Impulse aus der Stadt Barsinghausen
René Beck, Koordinator Präventionskette, Stadt Barsinghausen 

Impulse aus Nordrhein-Westfalen
Ester Scheurle, LWL Servicestelle Gelingendes Aufwachsen - Netzwerke für Kinder

Der Tag endete mit einem inspirierenden Abschlussimpuls zum Thema „Gutes Aufwachsen“ von Frau Miriam Zeleke, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration. Frau Zeleke griff dabei das Thema der Kinderrechte und die UN-Kinderrechtskonventionen auf und untermalte die Wichtigkeit dieser Themen mit Originalzitaten von Kindern und Jugendlichen, die Sie in einer Dialogrunde sammeln konnte. Frau Zeleke schloss den Fachtag mit inspirierenden Worten zum neuen gemeinsamen Miteinander und dem Eintreten für Kinderrechte. 

Insgesamt nahmen 140 Akteur*innen, digital oder in Präsenz, aus den Bereichen Soziales, Gesundheit, Kinder- und Jugendhilfe sowie weitere Kooperationspartner*innen und Interessierte aller Regionen Hessens teil.

Hintergrund

Aus der kommunalen Daseinsvorsorge ergibt sich die zentrale Aufgabe für Kommunen, Kindern zu ermöglichen, in einer intakten Umwelt aufzuwachsen und ein gesundes Leben zu führen. Bei der Umsetzung dieser Ziele werden die Kommunen vor die großen Herausforderungen gestellt, den Folgen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit zu begegnen. Die Bekämpfung der Folgen von Kinderarmut ist daher ein zentrales Zukunftsthema für Kommunen und erfordert einen entsprechend mehrdimensionalen Ansatz, in dem ein gesamtstrategisches Handeln unter Einbeziehung relevanter Akteurinnen und Akteure sowie bestehender Strukturen im kommunalen Setting erforderlich ist.
Präventionsketten sind integrierte kommunale Gesamtstrategien und haben sich als Instrument zur Armutsprävention in der Kommune bewährt. Als gesellschaftlicher Lösungsansatz der kindheitsbezogenen Armutsprävention stellen sie einen Strukturansatz im kommunalen Kontext dar, der darauf ausgerichtet ist, ein langfristiges, umfassendes und tragfähiges Netz von Unterstützung, Beratung und Begleitung unter Beteiligung derjenigen zu entwickeln, die unmittelbar betroffen sind.

Mit der Umsetzung des Landesprogramms "Präventionsketten Hessen" zum Auf- und Ausbau von Präventionsketten in Hessen soll eine kindgerechtere und familienfreundlichere Gesellschaft in hessischen Kommunen gestaltet werden, in der die umfassenden Teilhabechancen sowie das gesunde und gelingende Aufwachsen von Kindern und die Verminderung von kindspezifischen Armutsfolgen in der Lebenswelt Kommune gestärkt werden. Das Landesprogramm "Präventionsketten Hessen" wurde in Kooperation zwischen dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, der Auridis Stiftung und der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V entwickelt.

Tagesprogramm

Tagesmoderation: Andrea Fenske

08:30 Uhr           Ankommen und Begrüßungskaffee

09:00 Uhr           Grußwort

                           Staatssekretärin Anne Janz, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration  

09:15 Uhr           Einführende Worte

                           Marc von Krosigk, Auridis Stiftung
                           Katharina Böhm, Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.
 

09:30 Uhr           Impulsvortrag „Gemeinsam für ein gelingendes Aufwachsen – Präventionsketten in Hessen“

                           Miriam Zeleke, Maike Olberding, Sabine Stahl, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration  

10:15 Uhr           Kaffeepause

10:30 Uhr           Auf dem Weg zu kommunalen Präventionsketten

                           Prof. Raimund Geene, Berlin School of Public Health  

11:15 Uhr           Gesprächsrunde „Gute Praxis Präventionsketten“

                           Beispiele aus anderen Bundesländern im Interview:
                           René Beck, Koordinator Präventionskette, Stadt Barsinghausen
                           Esther Scheurle, LWL Servicestelle Gelingendes Aufwachsen – Netzwerke für Kinder
                           Dagmar Lettner, MitWirkung – Perspektiven für Familien, Berlin
 

12:30 Uhr           Mittagspause und Netzwerken  

13:30 Uhr           Vorstellung des Landesprogrammes

                           Rajni Kerber, Landeskoordinierungsstelle Präventionsketten Hessen, HAGE  

14:15 Uhr           Impuls zur Wirkungsorientierung

                           Dr. Heinz-Jürgen Stolz, ISA Münster  

14:45 Uhr           Kaffeepause  

15:00 Uhr           Fachforen zu verschiedenen Schnittstellen einer Präventionskette

                           (Durchführung nur in Präsenz; Dokumentation erfolgt)  

                           F 1: Kooperation Jugendhilfe und Gesundheitsamt

                                  „Impulse aus Charlottenburg-Wilmersdorf“           

                                  Heike Dilßner-Nweke, Fachbereichsleitung Gesundheitsförderung, Prävention und                                                             Gesundheitshilfe für Kinder und Jugendliche, Charlottenburg-Wilmersdorf
                                 
Petra Fischer, Koordinatorin Gesundheitsförderung und Prävention, Charlottenburg-Wilmersdorf   

                          F 2: Kooperation Kindertagesstätte und Schule 

                                 „Das Bad Nauheimer Präventionspuzzle“

                                 Jochen Mörler, Fachbereichsleitung Soziales, Gesundheit, Kultur und Sport, Stadt Bad Nauheim

                                 „Modellprojekt Familiengrundschulzentren“

                                  Katharina Fournier, Koordinierungsstelle Familiengrundschulzentren NRW, ISA Münster

                         F 3: Kooperation Jugendhilfe und Jobcenter

                                 „Impulse aus der Stadt Barsinghausen“

                                  René Beck, Koordinator Präventionskette, Stadt Barsinghausen 

                                 „Impulse aus Nordrhein-Westfalen“

                                  Ester Scheurle, LWL Servicestelle Gelingendes Aufwachsen - Netzwerke für Kinder

16:00 Uhr           Abschlussimpuls

                           Miriam Zeleke,  Hessisches Ministerium für Soziales und Integration  

16:15 Uhr           Ende


Aufzeichnung der Auftaktveranstaltung zum Start des Landesprogramms „Präventionsketten in Hessen“

HAGE: Auftaktveranstaltung zum Start des Landesprogramms „Präventionsketten in Hessen“ - YouTube


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Impulsvortrag "Gemeinsam für ein gelingendes Aufwachsen – Präventionsketten in Hessen"
mit Sabine Stahl, Maike Olberding und Miriam Zeleke, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Vortrag "Auf dem Weg zu kommunalen Präventionsketten"
mit Prof. Dr. Raimund Geene, Berlin School of Public Health

"Gesprächsrunde: Gute Praxis Präventionsketten"
mit Esther Scheurle, LWL Servicestelle Gelingendes Aufwachsen – Netzwerke für Kinder, Dagmar Lettner, MitWirkung – Perspektiven für Familien und René Beck, Koordinator Präventionskette Stadt Barsinghausen

Informationen über Förderinhalte und -voraussetzungen des neuen Landesprogrammes
mit Rajni Kerber, Projektleiterin der Landeskoordinierungsstelle Präventionsketten Hessen

Impuls zur "Wirkungsorientierung in Präventionsketten"
mit Dr. Heinz-Jürgen Stolz, ISA Münster

Bildergalerie

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Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für das große Interesse und für den gelungenen Austausch!

Organisation

Die Veranstaltung wird von der Landeskoordinierungsstelle "Präventionsketten Hessen" ausgerichtet. Die Landeskoordinierungsstelle ist bei der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAGE) angesiedelt. Weitere Infos und Kontaktdaten zur Landeskoordinierungsstelle unter www.hage.de.


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Bild: © Robert Kneschke - stock.adobe.com