HAGE – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

Informationen und Unterstützungsangebote für die Arbeit mit Geflüchteten

Logo_KGC Hessen

Kriege in verschiedenen Teilen der Welt treiben viele Millionen Menschen aus ihrer Heimat in die Flucht. Viele dieser Menschen kommen nach Deutschland und leiden unter traumatischen Erlebnissen, haben Sorge um die zurückgelassenen Familienmitglieder und Freunde und müssen sich neuen Herausforderungen wie einer fremden Sprache, Kultur und Umgebung stellen. Aufgrund dieser Erlebnisse und Herausforderungen sind die Ressourcen und Widerstandskräfte der betroffenen Menschen stark belastet, und sie sind somit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Eine wichtige Aufgabe der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung ist es, Menschen, die von Flucht betroffen sind, zu unterstützen, um ihre gesundheitlichen Ressourcen wieder zu stärken.

In diesen herausfordernden Zeiten bietet die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hessen jetzt eine neue Übersicht mit themenrelevanten Artikeln sowie hilfreichen Webseiten und Unterstützungsangeboten. Die Übersicht richtet sich an relevante hessische Multiplikator*innen und Akteur*innen in der Kommune mit Zugang zu oder Verantwortung für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die Inhalte werden regelmäßig ergänzt und aktualisiert.

Wir stehen Ihnen bei Rückfragen jeder Zeit gerne per E-Mail, telefonisch und nach Absprache auch digital zur Verfügung.

Stellungnahmen, Artikel, allgemeine Informationen und Unterstützungsangebote zum Thema

  • Der Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit hat 2021 eine Handreichung zum Thema "Gesundheitsförderung mit Geflüchteten" herausgebracht. Die Handreichung bietet eine grundlegende Einführung und einen Überblick über das Thema sowie Verweise auf weiterführende, vertiefende Literatur. Unter folgendem Link können Sie sich die Handreichung kostenlos herunterladen: https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de (pdf)
  • Der Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit informiert auf seiner Internetseite über Aktivitäten, Stellungnahmen und Informationssammlungen, die sich mit der Gesundheitsförderung von Geflüchteten befassen: https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/gesundheitsfoerderung-bei-gefluechteten/
  • Der Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit hat Hinweise des Beratenden Arbeitskreises in Bezug auf die gesundheitliche Situation der Geflüchteten aus der Ukraine veröffentlicht: https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de (pdf)
  • Der Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit hat eine Linkliste mit Angeboten der Gesundheitsförderung und Prävention mit Geflüchteten aus der Ukraine veröffentlicht: https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/linkliste-ukraine/
  • Im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung für nach Deutschland geflüchtete Menschen aus der Ukraine stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Informationsmaterialien, Arbeitshilfen und Merkblätter zu u. a. Corona-Schutzimpfung, Hygienemaßnahmen und Kindergesundheit in ukrainischer Sprache zur Verfügung: Arbeitshilfen, Merkblätter und mehr auf Ukrainisch - BZgA Shop
  • Die BZgA bietet Informationen in ukrainischer Sprache zum Thema Schutz vor dem Coronavirus als Videos an. Die vier kurzen Clips informieren zur Corona-Schutzimpfung, zum Ablauf der Impfung, zu Tests auf das Coronavirus, den "3G, 3G-Plus, 2G und 2G-Plus-Regelungen" und über Hygienemaßnahmen im Alltag: Informationen auf Ukrainisch - Інформація українською мовою - YouTube
  • Der E-Mail-Newsletter "Gesundheitliche Chancengleichheit" informiert über aktuelle Entwicklungen in der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung sowie über neue Beispiele guter Praxis, Veranstaltungen, Wettbewerbe und Literatur zu diesem Thema. Hier können Sie sich für den Newsletter des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit anmelden: gesundheitliche-chancengleichheit: Newsletter
  • Viele Vereine und Initiativen setzen sich bereits aktiv für die ankommenden Menschen aus der Ukraine ein, andere machen sich gerade auf den Weg. Neben hoher Motivation und Einsatzbereitschaft gibt es auch viele Fragen und Unsicherheiten. Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt hat eine Online-Seminarreihe zu verschiedenen Aspekten des Engagements für geflüchtete Menschen angeboten.  Die bisherigen und kommenden Seminare sind hier zu finden: Engagiert für Geflüchtete aus der Ukraine - Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt
  • Das Land Hessen bietet verschiedene Informationen und Dokumente zum Downloaden in deutscher und ukrainischer Sprache auf folgender Seite an: https://innen.hessen.de/hessen-hilft-ukraine
  • Das Land Hessen hat einen Aktionsplan "Solidarität mit der Ukraine – Frieden in Europa – Hessen hilft" veröffentlicht. Ziel des Hessischen Aktionsplans ist, den Menschen die nach Hessen kommen, schnell, effizient und nach Möglichkeit unbürokratisch zu helfen.  Informationen zu den einzelnen Punkten des Aktionsplanes finden Sie unter: https://hessen.de/handeln/aktionsplan-solidaritaet-mit-der-ukraine
  • Hilfe bei der Aufnahme von Waisenkindern aus der Ukraine: Das Bundesfamilienministerium hat eine Melde- und Koordinierungsstelle zur Aufnahme von Kindern aus ukrainischen Waisenhäusern und Kinderheimen eingerichtet: Die "SOS-Meldestelle", betrieben von SOS-Kinderdorf e. V., ist täglich erreichbar. Sie informiert Einrichtungen, Organisationen und Privatpersonen, die die Aufnahme evakuierter Heim- und Waisenkinder aus der Ukraine in Deutschland organisieren über das Verteilverfahren und die zuständigen Stellen in den Bundesländern. Zudem gibt es eine zentrale Koordinierungsstelle, eingerichtet beim Bundesverwaltungsamt. Sie registriert Aufnahmen und Kapazitäten in den Bundesländern und stellt die gerechte Verteilung der evakuierten Gruppen sowie deren gemeinsame Unterbringung sicher. https://www.sos-kinderdorf.de
  • Psychologische Erste Hilfe für die ukrainische Bevölkerung: Die Pompidou-Gruppe des Europarates hat in Zusammenarbeit mit führenden europäischen Fachleuten für Psychotraumatologie Empfehlungen zur besseren Interaktion und Kommunikation mit Personen ausgearbeitet, die eine Krise oder eine schwierige Lebenssituation erlebt haben. Die Empfehlungen wurden auf Ersuchen des ukrainischen Innenministeriums und angesichts der traumatischen Erfahrungen der ukrainischen Bevölkerung entwickelt. Die Empfehlungen wurden in neun Sprachen übersetzt. https://www.coe.int/de/web/portal/-/psychological-first-aid-for-ukrainian-people
  • 20 Hinweise für Menschen, die Geflüchtete betreuen: Mit den Hinweisen möchte MHFA Ersthelfer in Trägerschaft des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Menschen unterstützen, die Geflüchtete bei sich aufnehmen oder diesen in irgendeiner Weise zur Seite stehen. https://www.mhfa-ersthelfer.de/de/was-ist-mhfa/ukraine/
  • Informationen zur psychosoziale Unterstützung für Menschen, die Geflüchteten helfen, hat Refugio München: https://www.refugio-muenchen.de/ukraine/faq/
  • Der Deutsche Caritas Verband hat einen Leitfaden zur privaten Unterbringung von Geflüchteten veröffentlicht, der Menschen unterstützt, die privaten Wohnraum an Geflüchtete zur Verfügung stellen möchten: https://www.meine-caritas.de (pdf)
  • Der MEDIENDIENST Integration hat die wichtigsten Zahlen, rechtlichen Informationen und aktuellen Quellen zur Situation der Geflüchteten in einem neuen Dossier zusammengefasst. Das Dossier wird laufend aktualisiert: https://mediendienst-integration.de/migration/flucht-asyl/ukrainische-fluechtlinge.html
  • Die Deutsche Bahn bietet kostenlose Reisen innerhalb Deutschlands für ukrainische Flüchtlinge an. Weitere Informationen (mehrsprachig) finden Sie unter:
    https://www.bahn.de/info/helpukraine#de
  • Das Robert Koch-Institut hat eine Empfehlung mit allgemeinen Hinweisen und weiterführenden Informationen zum Impfschutz für Geflüchtete veröffentlicht:
    https://www.rki.de
  • Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat gemeinsam mit Nummer gegen Kummer e.V. und mit Unterstützung der Deutschen Telekom die „Helpline Ukraine“ eingerichtet. Die telefonische Beratung erfolgt in ukrainischer und russischer Sprache: Helpline Ukraine | Nummer-Gegen-Kummer (nummergegenkummer.de) 
  • Im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung für nach Deutschland geflüchtete Menschen aus der Ukraine stellt die BZgA Informationsmaterialien u.a. zur Corona-Schutzimpfung und zu Hygienemaßnahmen in ukrainischer Sprache zur Verfügung: Materialien auf Ukrainisch - infektionsschutz.de
  • Nach Angaben des Paritätischen hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Abstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesjugend‐ und Familienbehörden (AGJF) eine sogenannte Punktuation in Bezug auf unbegleitet und begleitet nach Deutschland einreisende Kinder und Jugendliche aus der Ukraine in der Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht: Umgang mit unbegleiteten und begleiteten Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine in der Kinder- und Jugendhilfe – Punktuation des BMFSFJ - Der Paritätische - Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege (der-paritaetische.de)

Nach Zielgruppen

(Werdende) Familien, Alleinerziehende:

  • Im Fachkräfteportal auf kindergesundheit-info.de besteht eine themensortierte Übersicht zu mehrsprachigen Materialien von geprüften Drittanbietern inkl. ukrainischer Medien für die Zielgruppe Eltern von jungen Kindern.

Mütter mit Kindern und Schwangere:

Menschen mit chronischen Erkrankungen:

  • Für Geflüchtete aus der Ukraine mit Diabetes, Diabetes-Fachkräfte und Interessierte hält diabinfo.de die wichtigsten Informationen sowie Downloadmaterial auf Ukrainisch und Deutsch bereit.
  • Das Merkblatt "Koronare Herzkrankheit (KHK) im Alter" bietet kurz und knapp wichtige Informationen zu den Anzeichen einer KHK und was Sie tun können, um einer Erkrankung vorzubeugen. Außerdem erfahren Sie, was zu tun ist, wenn es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommt. Das Merkblatt steht auf Deutsch und auf Ukrainisch zum Download zur Verfügung: Gesund älter werden - Gesund & aktiv älter werden (gesund-aktiv-aelter-werden.de)

Menschen mit Behinderung

  • Die Behindertenbeauftragen von Bund und Ländern weisen in einem offiziellen Schreiben daraufhin, welche Aspekte für eine gute Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten mit Behinderungen berücksichtigt werden sollten: https://www.behindertenbeauftragter.de
  • Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Gesundheit haben eine Kontaktstelle für aus der Ukraine geflüchtete Menschen mit Behinderungen und Pflegebedürftige geschaffen. Projektpartner ist das Deutsche Rote Kreuz: Bundeskontaktstelle - Aktuelles - DRK Wohlfahrtspflege (drk-wohlfahrt.de)

Menschen mit HIV Erkrankungen

Sonderförderungen Ukraine - Hilfe für Geflüchtete

  • 20 Millionen Euro stellt die Aktion Mensch mit ihrer Sonderförderung Ukraine: Hilfe für geflüchtete Menschen zur Verfügung. Unterstützt werden u. a. ehrenamtliches Engagement, Sprachkurse, Sportangebote und vieles mehr für Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche sowie deren Begleitung.
  • Der Kindernothilfefonds des Deutschen Kinderhilfswerks unterstützt Familien mit Kindern, die vom Krieg in der Ukraine betroffen und nach Deutschland geflüchtet sind. Anträge können über Beratungsstellen wie pro familia, Diakonie, Caritas oder über andere gemeinnützige Organisationen gestellt werden.
  • Der Community Fund des Unternehmens Amazon unterstützt gemeinnützige Organisationen mit bis zu 50.000 Euro, die die Grundversorgung für aus der Ukraine geflüchtete Menschen, insbesondere Kinder, sicherstellen und beim Ankommen helfen.
  • Der Alliance4Ukraine Fund bündelt finanzielle Mittel von Stiftungen, Unternehmen und Einzelpersonen, um akute Bedarfe von stark beanspruchten Organisationen, die Unterstützung für Schutzsuchende aus der Ukraine leisten, schnell und flexibel zu decken. Mit bis zu 50.000 Euro können Honorar-, Personal- und Sachkosten für die Unterstützung von Geflüchteten in der Ukraine, den direkten Nachbarländern sowie Deutschland gefördert werden.
  • Das Bundesministerium des Inneren und für Heimat (BMI) hat am 29. März 2022 ein Schreiben zur Projektförderung im Rahmen des Europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) 2021-2027 zugunsten von Kriegsvertriebenen aus der Ukraine versendet. Vorbehaltlich der Genehmigung des Nationalen Programms durch die EU-Kommission werden eine Vielzahl von Maßnahmen förderfähig sein, darunter auch die Stärkung des Ehrenamts. Das BMI stellt fest, dass es trotz der noch fehlenden Genehmigung bereits jetzt möglich und sinnvoll sei, im Wege des vorzeitigen Maßnahmenbeginns mit Projekten zu starten. Das BMI hat auch einen Förderatlas veröffentlicht, der beispielhaft entsprechende Fördermaßnahmen aufführt.

​ Aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung und Wissenschaft

  • Das Robert Koch-Institut hat Hintergrundinformationen und Empfehlungen zu verschiedenen Schwerpunkten zum Thema "Flucht und Gesundheit" zusammengestellt: https://www.rki.de
  • Der Sachverständigenrat für Integration und Migration hat ein Jahresgutachten zum Thema „Migration als Stütze und Herausforderung für die Gesundheitsversorgung in Deutschland“ vorgelegt und bezeichnet darin den Beitrag von Zugewanderten im Gesundheitswesen als systemrelevant: SVR-Jahresgutachten 2022 (svr-migration.de)

Kennen Sie weitere besondere (Unterstützung-)Angebote für vulnerable Zielgruppen, die in Hessen anwendbar sind? Lassen Sie uns diese gerne an kgc-hessen@hage.de zukommen, damit wir sie in die Übersicht einfügen bzw. für die Infokiste von inforo (Fachkräfteportal: kostenlose Registrierung) mit erfolgsversprechenden Praxisbeispielen aus ganz Deutschland empfehlen und für alle Akteure zur Verfügung stellen können. Vielen Dank!


Bild: © ii-graphics - stock.adobe.com