Impulsgeber Bewegungsförderung
Planungstool für Kommunen und Beratungsangebot der HAGE

Impulsgeber Bewegungsförderung: Einsatzmöglichkeiten und Inhalte
Der Impulsgeber Bewegungsförderung unterstützt kommunale Akteur*innen bei dem Aufbau und der Weiterentwicklung bewegungsförderlicher Netzwerke und Strukturen sowie bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger und wirksamer Bewegungsangebote. Unabhängig davon, ob Akteur*innen noch ganz am Anfang einer Projektidee stehen oder bereits erste Schritte auf dem Weg zu einer bewegungsfreundlichen Kommune umgesetzt haben: Der Impulsgeber Bewegungsförderung ist flexibel einsetzbar und modular aufgebaut.
Die Inhalte dieses digitalen Planungstools sind wissenschaftsbasiert, qualitätsgesichert und unter Beteiligung kommunaler Praxis entwickelt worden. Ihm liegt das Verständnis zugrunde, dass Bewegungsförderung eine kommunale Querschnittsaufgabe ist.
Derzeit sind einzelne Materialien aus dem Impulsgeber insbesondere auf die Bewegungsförderung älterer Menschen ausgerichtet. Weitere Materialien für die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen sind in Arbeit.
Beratung zur kommunalen Bewegungsförderung
Die HAGE bietet Kommunen eine modulare und bedarfsorientierte Beratung zur kommunalen Bewegungsförderung und bezieht dabei den Impulsgeber Bewegungsförderung ein.
Das Angebot richtet sich an Kommunen sowie an kommunale Koordinierungsstellen und weitere Akteur*innen, die Bewegungsförderung vor Ort planen, weiterentwickeln oder neu aufbauen möchten.
Kommunen können in unterschiedlichen Phasen in den Beratungsprozess einsteigen. Dadurch ist gewährleistet, dass sowohl Kommunen mit ersten Berührungspunkten als auch bereits fortgeschrittene Kommunen passgenau unterstützt werden.
Ziel der Beratung ist es, vorhandene Erfahrungen, bestehendes Wissen und bewährte Strukturen aufzugreifen und weiterzuentwickeln, um bewegungsfördernde Strukturen für verschiedene Zielgruppen und Altersphasen langfristig zu sichern. Es gilt, Bewegungsförderung dauerhaft als kommunale Querschnittsaufgabe auf der Ebene der Verhältnisprävention zu verankern.
Die Beratung erfolgt im Rahmen des Projekts „Kommunale Bewegungsförderung nachhaltig stärken – Beratung unter Nutzung des Impulsgeber Bewegungsförderung in Hessen“ im Zeitraum 2026 bis 2029. Gefördert wird das Beratungsangebot vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit aus Mitteln im Kontext des Kooperationsprojektes „Impulsgeber 2.0" mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV).
Das Beratungsangebot für Kommunen zur Unterstützung bei der Umsetzung kommunaler Bewegungsförderung mit dem Impulsgeber Bewegungsförderung wurde entwickelt vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) in Kooperation mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV) und unter Beteiligung weiterer Expert*innen.
In den letzten Jahre wurde das Beratungsangebot in hessischen Kommunen von der HAGE (Arbeitsbereich “Gesund altern”) erprobt und begleitend evaluiert. Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit kommunalen Koordinierungs- und Bildungseinrichtungen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite von gesund-aktiv-aelter-werden.de.
Praxisbeispiele
Ein erfolgreiches Beispiel für die Umsetzung bewegungsförderlicher Strukturen und Netzwerke ist die Gemeinde Oberzent im Odenwaldkreis. Der Arbeitsbereich „Gesund altern“ der HAGE hat die Gemeinde bei der Nutzung des Impulsgebers Bewegungsförderung begleitet. So konnten die Gesundheitskoordinatorin des Odenwaldkreises sowie die Fachdienstleitung Generationen und Soziales der Gemeinde Oberzent die Zusammenarbeit der einzelnen Akteur*innen vor Ort stärken und einen Mehrgenerationenplatz errichten. Dieser bietet mit einem Rollator-Parcours, einem Boule-Platz, einem Bewegungspfad und Spielgeräten für Kinder ein vielseitiges und generationenübergreifendes Bewegungsangebot.
Bewegungsförderung und Teilhabe
Damit schafft die Gemeinde Bewegungsanreize und zugleich eine nachhaltige Struktur zur Bewegungsförderung. Der Mehrgenerationenplatz bietet ein attraktives Lebensumfeld und belebt gleichzeitig den öffentlichen Raum. Durch den niedrigschwelligen Zugang wird zudem die gesellschaftliche Teilhabe der Menschen in Oberzent gestärkt. Als frei zugänglicher Ort für alle Bewohner*innen trägt der Platz zur gesundheitlichen Chancengleichheit bei. Besonders der Rollator-Parcours und der Bewegungspfad unterstützen die Zielgruppe der älteren Menschen bei einer selbstständigen Lebensführung im Alter.
Kommunale Unterstützung, Förderung, Nutzung von Ressourcen vor Ort
Um ein solches gesundheitsförderliches Angebot auf die Beine zu stellen, ist neben der Planung auch kommunale Unterstützung erforderlich. Für die Umsetzung des Projekts konnte die Stadtverwaltung zusammen mit dem Bürgermeister gewonnen werden. Das Thema Bewegungsförderung für Ältere wurde verstärkt in deren Sitzungen eingebracht, die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Bereichen in der Verwaltung wurde gestärkt. Als weitere Kooperationspartner*innen wurden die Generationenhilfe Oberzent e. V. und der Ortsbeirat integriert. Die Förderung „Starkes Dorf – Wir machen mit!“ , die über die Fördermittelübersicht gefunden wurde, konnte genutzt werden.
Wie eine gute Vernetzung und die Nutzung örtlicher Ressourcen funktionieren können, zeigte die Gemeinde Oberzent darüber hinaus auch bei der Eröffnung des Mehrgenerationenplatzes: Vereine vor Ort sowie örtliche Physiotherapeut*innen wirkten bei der Angebotsentwicklung mit.
(Fotos: © HAGE)
Im Rahmen der Beratung zur Bewegungsförderung wurde die Stabsstelle Bewegungskoordinator im Vogelsbergkreis von der HAGE begleitet. Zunächst erfolgte eine Bedarfsanalyse und wurden die vorhandenen Aktivitäten systematisch erfasst. In vielen Kommunen gab es bereits Bewegungsangebote in Vereinen, zum Beispiel Bewegungstreffs, Leichtathletik- oder Gymnastikgruppen. Durch die begleitende Netzwerkarbeit konnten die Akteur*innen stärker miteinander in den Austausch gebracht werden und bestehende Strukturen gezielt weiterentwickelt werden.
Bewegungsförderung und Vernetzung
Auf Grundlage der Analyse wurde - unter Einbindung der Kommission für Bewegung und Sport als Hilfsorgan des Kreisausschusses - ein Netzwerk zum Thema Bewegung und Sport im Alter aufgebaut. Die Ziele: vorhandene Ressourcen bündeln, Bedarfe sichtbar machen, neue Impulse für die Bewegungsförderung älterer Menschen setzen.
Die bestehende Vortragsreihe „Bewegung im Alter” wurde um praxisorientierte Elemente ergänzt, darunter Angebote zur Förderung der Sicherheit im Alltag wie beispielsweise E-Bike-Kurse. Eine Bewegungssammelkarte schuf zudem einen niedrigschwelligen Anreiz für mehr Alltagsbewegung. Die HAGE begleitete darüber hinaus fachlich den Bau inklusiver Bewegungsparks im öffentlichen Raum in Herbstein und Alsfeld. Ergänzend dazu wurde ein Sportfestival mit inklusivem Charakter durchgeführt, das weitere Impulse für Bewegung und Begegnung setzte.
Kommunale Unterstützung und nachhaltige Strukturentwicklung
Die Beratung unter Nutzung des Impulsgebers Bewegungsförderung trug dazu bei, bestehende Aktivitäten systematisch zu bündeln, Kooperationen zu stärken und neue Angebote bedarfsgerecht zu entwickeln. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Kommunen, Vereinen und weiteren Akteur*innen konnten bewegungsfördernde Strukturen ausgebaut und langfristig verankert werden.
Titelbild und Prozessrad: © BIÖG / https://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/impulsgeber-bewegungsfoerderung/