Bedarfs- und Bedürfniserhebung im Projekt „Bewegt Älter werden in Offenbach“


Gesundheits- und bewegungsförderliche Maßnahmen sollten gezielt auf die Bedarfe und Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten sein und über direkten Kontakt in Kooperation mit verschiedenen Akteur*innen, der Zielgruppe der älteren Menschen entwickelt und durchgeführt werden. Die Bedarfs- und Bedürfnisanalyse der Zielgruppe hinsichtlich Barrieren und fördernder Faktoren eines aktiven Lebensstils (Zeit, Ort, Infrastruktur, Angebote, Wünsche der Zielgruppe etc.) sind hier relevant. 

Um die Alltagsbewegung von älteren Menschen zu fördern und eine seniorengerechte Gestaltung des Stadtgebietes Offenbach am Main voranzubringen, werden im Projekt „Bewegt älter werden in Offenbach“ mit unterschiedlichen Methoden Bedarfs- und Bedürfnisanalysen durchgeführt. Hierbei sind quantitative und qualitative Beteiligungsmöglichkeiten geplant, die auf unterschiedlichen Ebenen durchgeführt werden. 

Fotoaktion als Teil der Einbindung von Seniorinnen und Senioren

Um die persönlichen Eindrücke und Sichtweisen festzuhalten, sind die über 60-Jährigen Bürgerinnen und Bürger in Offenbach am Main dazu aufgerufen, Ihre Eindrücke des Wohnviertels und der Wohnumgebung mit dem Handy oder Fotoapparat festzuhalten und der Projektgruppe zu senden. Sie können damit zum Beispiel zeigen, welche Ihre Lieblingsorte sind. Machen Sie Bilder vom Stadtteil, wie Sie ihn sehen: Welche Plätze machen für Sie Ihr Quartier attraktiv und lebenswert? Was ist nicht so schön und sollte verändert werden? Wo treffen Sie gerne Freunde und halten sich gerne auf? Beispiele können Plätze, Parkanlagen oder auch der Weg zu nächstgelegenen Geschäften oder Einrichtungen sein.

Bis zum 10. März 2021 gibt es die Möglichkeit, die Fotos an felix.weber@hage.de von der HAGE e.V. oder an HAGE e.V., Postfach 90 02 54, 60442 Frankfurt a.M. zurückzusenden. Das Projektteam wünscht viel Spaß beim Fotografieren und Erkunden Ihres Stadtteils und freut sich aufspannende Eindrücke aus Ihrer Perspektive der Wohnumgebung. 

Die zugesandten Fotos gehen in die Betrachtung der Stadt Offenbach am Main als bewegungsfreundliche Stadt ein. Es sollen damit Möglichkeiten zur Verbesserung der Infrastruktur für Ältere aufgezeigt werden. Darüber hinaus fließen die Fotos der Offenbacherinnen und Offenbacher in die Maßnahmenentwicklung der Projektgruppe mit ein, um beispielsweise das Wohnviertel zu gestalten. Die Fotos sollen dann u.a. in den Seniorentreffs im Rahmen einer Fotoausstellung zu sehen sein.

Angelehnt ist die Form der Bedürfniserhebung an die Photovoice-Methode*, die in ihrer ursprünglichen Form aufgrund der Corona-Verordnung derzeit nicht umgesetzt werden kann. 


*Photovoice-Methode: eine partizipative Methode, in der Fragestellungen idealerweise gemeinsam mit der Zielgruppe erarbeitet und mit Hilfe von eigens hergestellten Fotoaufnahmen in der Gruppe beantwortet werden. Durch die Form der Bürgerbeteiligung sollen Veränderungen angestoßen und angeregt werden, indem die Fotografien in Gruppen diskutiert werden. Verbunden ist die Methode mit dem Ziel, Veränderungen anzustoßen (vgl.: Wihofszky, 2020).

Bürgerumfrage zur Wohnumgebung gestartet

Um die Alltagsbewegung von älteren Menschen zu fördern und eine seniorengerechte Gestaltung des Stadtgebiets Offenbach am Main voranzubringen, startet das Projekt „Bewegt älter werden in Offenbach“ eine Bürgerumfrage Ende Januar. 300 zufällig ausgewählte Offenbacherinnen und Offenbacher über 60 Jahre werden mit Hilfe eines Fragebogens um ihre Einschätzung der Bewegungsfreundlichkeit ihres Wohnviertels gebeten.

Das Projekt „Bewegt älter werden in Offenbach“, nun auch mit eigenem Signet, ist aus dem Modellprojekt „Auf- und Ausbau bewegungsfördernder Strukturen für ältere Menschen in der Kommune“ der Stadt Offenbach am Main und der HAGE – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V (HAGE e.V.) hervorgegangen. Es möchte die Alltagsbewegung von älteren Menschen fördern und setzt sich dabei auch für eine seniorengerechte Gestaltung des Stadtgebiets Offenbach am Main ein.

„Lebensqualität bis ins hohe Alter, das wünschen wir uns alle - und dafür braucht es eine gute Gesundheit. Eine der wichtigsten Ressourcen bildet dafür die Bewegung im Alltag“, erläutert Gesundheitsdezernentin Sabine Groß. Aktivität und Bewegung im Alltag erhalten die Gesundheit, mindern Krankheits- und Sturzrisiken und steigern die soziale Teilhabe und das persönliche Wohlbefinden, kurz die Lebensqualität.

Bürgerumfrage bis 12. Februar 2021

Doch wie ist die aktuelle Situation für ältere Menschen vor Ort in Offenbach? Wie stellt sie sich den Bürgerinnen und Bürgern dar? Wo muss ausgebaut und nachgebessert werden? Um dies zu erfahren, werden in Ende Januar 300 per Zufall ausgewählte Offenbacherinnen und Offenbacher, die 60 Jahre oder älter sind, von der Stadt Offenbach am Main mit einem Fragebogen angeschrieben. Darin werden die Befragten um ihre Einschätzung der Bewegungsfreundlichkeit des eigenen Wohnviertels gebeten. Welche Rolle spielt beispielsweise die Bewegung für die Menschen ab 60 Jahren in Offenbach am Main im Alltag und wie nehmen sie ihren Stadtteil wahr? Gefragt ist die Einschätzung der dort lebenden Seniorinnen und Senioren.  „Die Umgebung, in der Sie wohnen, spielt eine wichtige Rolle für Ihre Bewegung im Alltag. Dafür brauchen wir die Mithilfe der Seniorinnen und Senioren“, betont Sozialdezernentin der Stadt Offenbach am Main, Sabine Groß.

Bis zum 12. Februar 2021 gibt es die Möglichkeit, den ausgefüllten Fragebogen an die HAGE e.V. zurückzusenden. Das Projektteam würde sich sehr freuen, wenn möglichst viele Menschen den Fragebogen ausfüllen und in dem bereits frankierten Umschlag wieder zurücksenden. Es ist die große Gelegenheit seine Meinung über die eigene Wohnumgebung zu äußern.

Die Ergebnisse der Befragung sowie weitere Daten aus der Bestandsaufnahme zu den Bewegungsangeboten von den verschiedensten Einrichtungen, wie Sportvereine, Kirchen und Fitnessstudios fließen in die Maßnahmenentwicklung der Projektgruppe mit ein. Damit sich Seniorinnen und Senioren unter anderem gerne draußen bewegen, erarbeitet die Projektgruppe attraktive Möglichkeiten und Maßnahmen, um zum Beispiel das Wohnviertel zu gestalten oder weitere Bewegungsangebote vor Ort zu schaffen. Akteure der Projektgruppe sind neben den Bereichen der städtischen Verwaltung (Sozialamt, Stadtgestaltung, Sportamt), Vereine und Wohlfahrtsverbände.


Bei Fragen zum Projekt und zur Erhebung können sich Interessierte gerne an die Ansprechpartner der HAGE e.V. wenden. Auf der städtischen Homepage  www.offenbach.de/bewegung informiert die Projektgruppe ebenfalls über das Projekt. 

Das Modellprojekt wird gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit.